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Selbstverständnis

Wien

  1. Wir, als Erde Brennt Wien sind eine von Studierenden ausgehende Bewegung. Wir sind entschlossen, nicht länger passiv zuzusehen, wie Existenzen und Lebensgrundlagen zerstört werden. Wir sind Teil der weltweiten Bewegung EndFossil.
  1. Die vorherrschenden Systeme produzieren ineinander verschränkte Krisen. Konkret nehmen wir folgende drei zum Anlass unseres Protests:
    • Soziale Krisen, u.a. Teuerungen, prekäre Arbeitsverhältnisse, Diskriminierung, Vermögenskonzentration
    • Klimakrise, u.a. Ausbeutung der Umwelt, Ressourcenverschwendung, fossile Abhängigkeit, Artensterben
    • Bildungskrise, u.a. Diskriminierung und Machtstrukturen im Bildungssystem, Unterfinanzierung, Leistungsdruck, Krisen ignorierende und auf Wirtschaft ausgelegte Lehre
  1. Unser Ziel ist ein radikaler Systemwandel. Wir wollen dazu beitragen, die multiplen Krisen und ihre strukturellen Ursachen demokratisch, sozial gerecht und nachhaltig zu überwinden. Dafür müssen wir auch die universitären Strukturen verändern. Wir wollen mitbestimmen und Räume schaffen, die dazu beitragen, unsere Gesellschaft neu zu denken.
  1. Wir nutzen unterschiedliche Mittel des Protests, um Missstände unserer Gesellschaft sichtbar zu machen und Räume für Zukunftsvisionen zu gestalten.
  1. Alle Bereiche der Gesellschaft müssen Teil einer tiefen, radikalen Transformation sein, die die Menschen und die Umwelt ins Zentrum stellt. Die Universität bildet und erhält Machtstrukturen und verhindert dadurch den gesellschaftlichen Wandel. Als Studierendenbewegung sehen wir die Universität als unseren Ort des Protests, um Veränderung einzufordern und aktiv mitzugestalten. Dabei laden wir explizit auch Menschen außerhalb der Universität ein, gemeinsam Raum einzunehmen.
  1. Wir verstehen uns als selbstorganisiert, parteiunabhängig und sind solidarisch mit all jenen, die sich für eine soziale und klimagerechte Welt einsetzen.
  1. Wir arbeiten in demokratischen, transparenten und offenen Strukturen.
  1. Wir stellen uns gegen alle Formen der Ausbeutung und Unterdrückung und arbeiten aktiv daran, hierarchische und diskriminierende Strukturen abzubauen und ein inklusives, partizipatives Umfeld zu schaffen.
  1. Wir sind eine gewaltfreie Bewegung und halten uns während unserer Aktionen an den Aktionskonsens.
  1. Wir stellen Gemeinschaft in den Mittelpunkt, handeln solidarisch und sind füreinander da.

Innsbruck

Wir, Erde Brennt Innsbruck, sind Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung. Wir sehen die internationale Vernetzung „End Fossil: Occupy!“ als Chance, uns zusammenzuschließen und mit vereinten Kräften einen radikalen Systemwandel voranzutreiben.

Wir stehen für eine Politik, die die multiplen Krisen als solche ernst nimmt.
Wir stehen für eine Universität, die ihrem Bildungsauftrag gerecht wird und ein Raum für zukunftsfähige Lösungen bietet.

Wir sind solidarisch mit allen, die gegen die Klimazerstörung und die bestehenden Ungerechtigkeiten Widerstand leisten.

Wollen wir die Übermacht der Krisen beenden, müssen wir aufhören sie gegeneinander auszuspielen. Hierbei geht es zentral darum, das kapitalistische System durch eine sozial-ökologische Transformation zu verändern – hin zu einem System, das ein gutes Leben für alle bereitstellt.

Wir können es uns nicht mehr leisten, Symptome zu verschieben und Probleme auf Andere abzuladen. Wir brauchen intersektionale Lösungen, die alle Lebensrealitäten im Blick haben. Anzuerkennen, dass Neokolonialismus, Patriarchat und weiße Vorherrschaft den Nährboden des fossilen Kapitalismus bilden, ist Voraussetzung dafür, ihm diesen zu entziehen. Deshalb ist Klimagerechtigkeit feministisch, antifaschistisch, antirassistisch, antiableistisch, antikapitalistisch, queer, gegen Antisemitismus und jede andere Form von Diskriminierung oder Unterdrückung. Wir wollen den Weg zur Veränderung dabei gemeinsam gehen, rücksichtsvoll miteinander sein und keine Angst vor Fehlern haben.

Als Studierende und Jugendbewegung fühlen wir uns verantwortlich, auf die überdurchschnittliche Armutsbetroffenheit junger Menschen aufmerksam zu machen. Momentan geht es in der Lehre nur darum, ein funktionierender Teil des kapitalistischen Systems zu werden. Angesichts der Klimakrise bringt uns dieses blinde Lernen für eine Zukunft, die es so nicht geben wird, zum Verzweifeln. Trotzdem sehen wir die Universität als unseren direkten Wirkungsbereich und wo wir Privilegien haben, wollen wir sie nutzen, um notwendige Transformation für eine klimagerechte Zukunft weiterzudenken, einzufordern und zu leben. Gehorsamer Protest hat viel bewirkt, jedoch nicht den dringend notwendigen systemischen Wandel in Lehre, Klima- und Sozialpolitik erbracht. Daher gehen wir nun zum zivilen Ungehorsam über und besetzen die Uni. Gleichzeitig möchten wir unseren Protest für alle offen gestalten und neue Verbindungen knüpfen. Damit verbunden ist unsere Kritik an den elitären Strukturen von Universitäten.

Wir wollen zusammen anfangen, die Welt neu zu denken. Wir wollen diskutieren, Ideen schmieden, kritisieren, zuhören, spielen und Neues lernen. Wir wollen ebenso wie bestehende und frühere Bewegungen Wandel anstoßen und weitertragen.

Salzburg

Wir als Erde Brennt Salzburg – verstehen uns als Teil von EndFossil – Occupy!, einer jungen, weltweiten Klimagerechtigkeitsbewegung, im Rahmen derer Unis und Schulen besetzt werden.

Drei Themen beschäftigen unsere Gesellschaft aktuell am meisten: Die eskalierende Klimakrise, der völkerrechtswidrige Angriffskrieg auf die Ukraine und die massiven Teuerungen. Alle drei Krisen haben einen gemeinsamen Ursprung: Unsere Abhängigkeit von fossilen Energien.

Es gibt einen Ausweg: Es braucht jetzt massive Investitionen in erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasserkraft. Darum fordern wir: Erneuerbare Energien statt fossiler Abhängigkeit – für eine lebenswerte Zukunft für alle!

Wie diese Zukunft aussieht, wollen wir gemeinsam diskutieren. Denn, dass sich etwas verändern muss, ist allen klar. Aktuell stolpern wir von einer Krise in die Nächste und den notwendigen Wandel können wir nicht durch individuelle Konsumentscheidungen hervorbringen. Stattdessen müssen wir politisch aktiv werden und gemeinsam gesamtgesellschaftliche Veränderungen durchsetzen.

Die Uni sollte ein Ort des systemkritischen und lösungsorientierten Diskurses und des Fortschritts sein. Doch anstatt Raum zu schaffen, um Zukunftsvisionen zu entwickeln, wurde in letzter Zeit vor allem über Budgetkürzungen diskutiert. Wir wollen mit der Besetzung den Raum für diese Diskurse schaffen. Die Krisen unserer Zeit können wir nur kollektiv bewältigen. Deswegen laden wir alle dazu ein sich einzubringen, die eigenen Probleme, Ideen, Sichtweisen und Lösungsvorschläge vorzubringen und zu diskutieren. Egal ob jung oder alt, ob Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Arbeitende, oder Rentner*innen.

Lasst uns gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft für alle kämpfen – ohne Klimakrise, Krieg und Teuerungen!!!